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Siegburg
Donnerstag, 18. Juli 2024

960 Jahre Geschichte der Stadt Siegburg

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Die Stadt Siegburg, seither idyllisch und zentral im Rhein-Sieg-Kreis gelegen, hat eine lange, bewegte und teils auch turbulente Geschichte. Wie und wer legte den Grundstein für die Stadt? Was sind die prägenden Ereignisse, die Siegburg zu dem gemacht haben, was es heute ist? Ein Blick in die Siegburger Stadtgeschichte anlässlich des 960-jährigen Jubiläums – in dieser Ausgabe: Die Anfänge Siegburgs und die Blütezeit im Mittelalter.

Die Anfänge Siegburgs

Die Geschichte Siegburgs reicht bis ins Mittelalter zurück. Im 11. Jahrhundert befand sich die Burg auf dem Michaelsberg im Besitz der Ezzonen. Diese waren zu dem Zeitpunkt wichtige Vertreter des Königtums und herrschten am Mittel- und Niederrhein. Im Jahr 1064 vertrieb der Erzbischof von Köln, Anno II., die Ezzonen aus den Gebäuden der Burg und gründete das Benediktinerkloster auf dem Michaelsberg.

Das Kloster sollte das geistige und wirtschaftliche Zentrum der Region werden. Warum gerade hier? Der Michaelsberg bot nicht nur eine strategisch günstige Lage im Kölner Umkreis, sondern durch seine zentrale wie erhöhte Lage auch Schutz vor Angreifern. Um das Kloster herum siedelten sich mit der Zeit immer mehr Menschen an.

Im Jahr 1075 starb Anno II. und wurde auf der Siegburger Abtei beigesetzt. Die ihm dankbare Abtei bemühte sich in der Folge um eine schnelle Heiligsprechung Annos, die dann 1183 erfolgte. Dieser Umstand leitete eine Blütephase Siegburgs ein – denn der Heilige Anno zog viele Pilger in die Stadt. Die Gebeine des Heiligen wurden in den Annoschrein umgebettet. Weitere Schreine und Reliquiare wurden in der nachfolgenden Zeit durch den Konvent der Abtei in Auftrag gegeben, um geschenkte oder auch getauschte Reliquien würdig unterzubringen. Der Abteischatz ist heute einer der bedeutendsten Kirchenschätze aus Staufischer Zeit nördlich der Alpen.

Im Jahr der Heiligsprechung Annos, 1183, wurde auch die Stadtmauer gebaut, von der bis heute Überreste zu sehen sind. Territorial gehörte Siegburg zu dieser Zeit dem Herzogtum Berg an. Die genaue Verbindung – auch aus politischer Sicht – erfahren sie in der kommenden Ausgabe. Für den Moment betrachten wir nun die wirtschaftliche Entwicklung Siegburgs zu dieser Zeit:

Die Blütezeit im Mittelalter

Im Mittelalter entwickelte sich Siegburg prächtig: Die Stadt profitierte von ihrer Lage an wichtigen Handelswegen. Handwerker und Kaufleute siedelten sich an – der Ort blühte auf. Besonders bekannt wurde Siegburg durch die Herstellung von Keramik aus Ton, die im gesamten Rheinland und darüber hinaus geschätzt wurde. Die ersten Keramikwerkstätten fanden sich damals im heutigen Stadtteil Kaldauen. Die "Pingsdorfer Ware" war ein gefragtes Gut, was Siegburg zwischenzeitlich auch zu einem der Töpferzentren der Region machte. Neben Siegburg waren das in hiesiger Region zum Beispiel Meckenheim, Liblar, Jüngersdorf und Urbar. Der Handel der Tonwaren lag fest in den Händen Kölner Kaufleute. Als Mitglieder der Hanse exportierten sie die Siegburger Ware nach ganz Mittel- und Nordeuropa. Bis heute sind in vielen Regionen überbleibsel Siegburger Keramik zu finden. Die Hochzeit Siegburger Töpferwaren reichte bis ins 17. Jahrhundert. Dann war die Region – wie fast ganz Deutschland im 18. Jahrhundert – von Krieg und Unruhen geprägt.

Nächste Teile: Die Siegburger Reform und Siegburgs Rolle im Herzogtum Berg. (pho)

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