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Siegburg
Samstag, 22. Juni 2024

960 Jahre Geschichte der Stadt Siegburg

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Die Siegburger Reform

Ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte Siegburgs ist die sogenannte Siegburger Reform: Im 11. Jahrhundert war das Kloster auf dem Michaelsberg ein Zentrum der monastischen Reformbewegung. Diese Reform hatte das Ziel, die klösterliche Disziplin und das geistliche Leben zu erneuern. Gemeinsam mit dem Kölner Erzbistum wurde die Siegburger Reform als „bischöfliche Klosterreform“ durchgesetzt. Das Wichtigste an der Reform: Päpstliche Privilegien wurden dem Schutz des Klosters durch den zuständigen Ortsbischof untergeordnet.

Die Reformbewegung entstand im Kontext der allgemeinen monastischen Erneuerungsbewegungen des 11. Jahrhunderts, die von einem Bedürfnis nach spiritueller Erneuerung und Strenge geprägt waren. Anno II. gründete das Kloster und besiedelte es zunächst mit Mönchen aus der Abtei St. Maximin in Trier. Er brachte zwölf Mönche aus der Reformabtei Fruttuaria mit, die entscheidend für die Etablierung der Siegburger Reform waren.

Die Siegburger Reform zielte inhaltlich darauf ab, die klösterliche Disziplin zu stärken und die geistliche Qualität des monastischen Lebens zu verbessern. Dies beinhaltete eine strengere Einhaltung der Benediktregel, die Betonung der Armut, des Gehorsams und des Gebetslebens sowie die Förderung von Bildung und Manuskripterstellung. Die Reform sollte nicht nur die individuelle Frömmigkeit fördern, sondern auch die klösterliche Gemeinschaft als Ganzes stärken.

Die Reformbewegung ging von Siegburg aus und beeinflusste viele Klöster im Rheinland und in ganz Deutschland, zum Beispiel: Hirzenach (1110), Remagen/Apollinarisberg (1110), Oberpleis (um 1110), Nonnenwerth (1112), Fürstenberg (um 1117/21), Zülpich (ca. 1120), Millen (1121/26), Stockum (wahrscheinlich 1119/20, Tüddern (vor 1140), Overath (1256). In Folge der Reform wuchs der Siegburger Konvent rasch: Bereits 1067 sind 40 Mönche auf dem Michaelsberg belegt, um 1100 bereits um die 80. Seine Höchstzahl erreichte der Konvent 20 Jahre später mit ungefähr 120 Mönchen. Das lässt auch auf die Beliebtheit und Popularität der Siegburger Reform schließen.

Die Siegburger Reform führte zu einer signifikanten Erneuerung des monastischen Lebens in den betroffenen Klöstern und hatte einen weitreichenden Einfluss auf die klösterliche Landschaft des Heiligen Römischen Reiches: Die Reform trug zur geistigen und kulturellen Blüte der beteiligten Klöster bei und stärkte deren Rolle als Zentren der Bildung und Manuskripterstellung. Die Abtei Michaelsberg selbst wurde zu einem bedeutenden christlichen Zentrum, dessen Einfluss weit über die Region hinausreichte. Natürlich spielte auch die Heiligsprechung von Anno rasch nach seinem Tot eine Rolle in der steigenden Popularität.

Es folgt: Die Rolle Siegburgs im Herzogtum Berg (pho)

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