JBH begeht 40-jähriges Bestehen mit starker Botschaft für Inklusion
Bei einem besonderen Nikolausfest sind am Montag in Siegburg 110 Kinder in den Räumen der Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg e. V. zusammengekommen. Die Kinder sangen und tanzten für den Nikolaus, der in diesem Jahr von Markus Neuber, Marktbereichsdirektor der VR Bank, dargestellt wurde. Jede Gruppe präsentierte einen eigenen Beitrag. Besonders eindrucksvoll wirkte die neu getextete Version des Liedes „Schneeflöckchen“, das die Kinder gemeinsam vortrugen. Klaus Hüngsberg, der das Geschehen aufmerksam verfolgte, zeigte sich sichtlich bewegt und hatte bei der Übergabe der Urkunden Tränen in den Augen.

Die Organisatoren erklärten, dass die Veranstaltung weit mehr sei als ein klassisches Nikolausfest. Der Vorstand betonte, man wolle Kinder mit und ohne Behinderung bewusst zusammenbringen, um ihnen gemeinsames Spielen, Lernen und Lachen zu ermöglichen. Dieser Gedanke prägt die Arbeit des Vereins seit seiner Gründung und bestimmt auch das tägliche Miteinander in den beiden Kindertagesstätten „Kinderburg Veronika Keller“ und „Die kleinen Strolche“. Die Verantwortlichen sehen darin den Kern ihres Auftrags, der auf einer inklusiven und individuell fördernden Sichtweise basiert. Jedes Kind soll in seiner Persönlichkeit ernst genommen und in seiner Entwicklung gestärkt werden.
Der Verein blickt in diesem Dezember auf 40 Jahre Geschichte zurück. Er entstand aus einer privaten Initiative weniger Engagierter und wurde früh von Hans Hüngsberg geprägt, der den Verein seit der ersten Stunde als Vorsitzender begleitet. Mit Tatkraft und Weitsicht setzte er entscheidende Impulse und legte die Basis für die heutige Struktur. Das Logo der JBH, die „schützenden Hände“, steht symbolisch für das Ziel, Kindern Schutz, Vertrauen und Geborgenheit zu geben. Die Strichzeichnung „Der Zaun muss weg“ erinnert daran, dass Vorurteile abgebaut und Barrieren überwunden werden müssen.
In vier Jahrzehnten hat die JBH zahlreiche Projekte entwickelt und weitergeführt. Dazu zählen integrative Freizeiten, Jugendspiele, pädagogische und therapeutische Konzepte, Umbauten in beiden Kitas sowie öffentlichkeitswirksame Aktionen wie das Siegburger Entenrennen. Die Einrichtungen betreuen inzwischen 177 Kinder, unterstützt von mehr als 50 Mitarbeitenden. Viele Entwicklungen waren eine Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen, gesetzliche Neuerungen oder besondere Herausforderungen, etwa während der Corona-Pandemie. Die Verantwortlichen erklären, dass der Verein nicht nur auf Veränderungen reagieren wolle, sondern sie aktiv gestalten müsse, um den Bedürfnissen von Kindern und Eltern gerecht zu werden.

Auch die finanzielle und organisatorische Stabilität habe sich über Jahre hinweg nur durch die Unterstützung zahlreicher Förderer sichern lassen. Sie vertrauten auf das Konzept und begleiteten die Arbeit des Vereins oft über lange Zeit. Ein besonderer Dank gilt jenen, die sich im Alltag einbringen und durch pädagogisches, heilpädagogisches oder therapeutisches Engagement die inklusive Arbeit tragen.
Mit Blick auf die Zukunft steht eine wichtige Veränderung bevor. Der Verein soll in den kommenden Jahren in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt werden, um die Strukturen langfristig zu sichern. Damit wolle man sicherstellen, dass die Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg weiterhin stabil, kreativ und flexibel auf neue Entwicklungen reagieren könne. Die Verantwortlichen erwarten, dass der eingeschlagene Weg fortgesetzt wird und die Einrichtungen auch künftig Kindern mit und ohne Förderbedarf einen gemeinsamen Ort zum Spielen, Lernen und Wachsen bieten. (MAB)

