Mit den ersten warmen Tagen beginnt auf vielen Friedhöfen die Sommerbepflanzung. Ab Juni tauschen Angehörige verblühte Frühjahrsblumen gegen robuste Sommerpflanzen aus. Dabei spielt nicht nur die Optik eine Rolle. Immer mehr Menschen achten darauf, dass Gräber pflegeleicht bleiben und zugleich Insekten Nahrung bieten. Gerade in trockenen Sommern lohnt sich eine durchdachte Auswahl.
Robuste Pflanzen für warme Monate
Typisch für die Sommerbepflanzung auf Friedhöfen sind Begonien, Geranien oder Fleißige Lieschen. Sie gelten als widerstandsfähig und blühen oft bis in den Herbst hinein. Auch Eisbegonien oder Studentenblumen werden häufig verwendet, weil sie Sonne und Hitze gut vertragen.
Wer weniger Pflegeaufwand möchte, kann auf Bodendecker setzen. Kleine Immergrünarten, Polsterphlox oder kriechender Günsel halten den Boden länger feucht und verhindern schnelles Austrocknen. Für sonnige Gräber eignen sich außerdem Lavendel oder Fetthenne. Beide kommen mit wenig Wasser aus und bringen Farbe auf die Grabfläche.
Nahrung für Bienen und Schmetterlinge
Viele klassische Zierpflanzen bieten Insekten kaum Nahrung. Deshalb setzen manche Friedhofsbesucher inzwischen auf bienenfreundliche Arten. Besonders geeignet sind Lavendel, Salbei, Katzenminze oder Glockenblumen. Auch ungefüllte Dahlien und Ringelblumen werden von Bienen und Schmetterlingen angeflogen.
Wichtig ist dabei die Auswahl ungefüllter Blüten. Bei stark gezüchteten Sorten gelangen Insekten oft nicht an Pollen oder Nektar. Einzelne Kräuterpflanzen können ebenfalls sinnvoll sein. Thymian oder Rosmarin bleiben kompakt und verbreiten zusätzlich einen angenehmen Duft.
Standort und Pflege beachten
Nicht jedes Grab erhält gleich viel Sonne. Während südlich ausgerichtete Flächen schnell austrocknen, bleiben Bereiche unter Bäumen oft länger feucht. Vor dem Pflanzen lohnt deshalb ein Blick auf die Lichtverhältnisse. Schattenpflanzen wie Fuchsien oder Farne vertragen direkte Mittagssonne nur schlecht.
Auch die Wasserversorgung spielt im Sommer eine große Rolle. Wer nicht regelmäßig gießen kann, sollte trockenheitsverträgliche Pflanzen bevorzugen und den Boden mit Rindenmulch oder Kies abdecken. Das hält die Feuchtigkeit länger im Erdreich. Gegossen wird am besten früh morgens oder am Abend.
Regeln auf dem Friedhof
Vor größeren Veränderungen empfiehlt sich ein Blick in die Friedhofssatzung. Manche Friedhöfe haben Vorgaben zur Höhe von Pflanzen oder zur Gestaltung der Grabfläche. Auch kleine Bäume oder stark wuchernde Gewächse sind nicht überall erlaubt.
Viele Friedhofsgärtnereien in der Region beraten zudem bei der Auswahl standortgerechter Pflanzen. Sie kennen die örtlichen Bedingungen und wissen, welche Arten mit Hitzeperioden oder längeren Trockenphasen gut zurechtkommen.
Mit einer passenden Sommerbepflanzung lässt sich das Grab würdevoll gestalten, ohne dass der Pflegeaufwand zu groß wird. Gleichzeitig können blühende Pflanzen einen kleinen Beitrag zum Schutz von Bienen und anderen Insekten leisten.

