Die Regionalleiterin der Parkinson Vereinigung, Lieselotte Nowak, hat die Diplom-Oecotrophologin Samya Heusch aus Eitorf zu diesem Thema eingeladen.
Genuss und Freude beim Essen sollten im Vordergrund stehen. Das ist nicht leicht für Menschen, die an Parkinson erkrankt sind. Bei vielen fehlt der Geruchs- und Geschmackssinn. Die Ernährung beeinflusst die Medikamentenwirkung. Feste Zeiten für die Medikamenteneinnahme müssen zu den Mahlzeiten eingeplant werden, sonst geht die Wirkung verloren. Besonders das häufig eingesetzte Medikament L-Dopa sollte idealerweise 30 Minuten vor der Mahlzeit eingenommen werden und nur in Ausnahmefällen nach einer Mahlzeit, mit sicherem Abstand von 60 bis 90 Minuten.
L-Dopa und Eiweiß sind in der chemischen Struktur ähnlich, so dass sie an gleicher Stelle ins Blut übertreten. Aber der Körper bevorzugt die durch die Nahrung aufgenommenen Eiweiße und das dringend benötigte Medikament wird zu spät oder gar nicht weitergeleitet. Das bedeutet, dass die Wirkung der Parkinson-Medikamente erst verzögert oder gar nicht eintritt. Gleichzeitig sind Eiweiße wichtig für den Muskelaufbau und gehören zu einer ausgewogenen Ernährung.
Zu einer ausgewogenen Kost zählt die mediterrane Ernährung mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit schon lange bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es gibt aber auch schon erste wissenschaftliche Hinweise, dass die mediterrane Kost auch bei Parkinson-Erkrankungen eine positive Wirkung zeigt. Klassische Inhalte der mediterranen Kost sind Gemüse, Kräuter, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch und Olivenöl. Besonders die Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, schützen die Nervenzellen und unterstützen die Gehirnfunktion und die Sehkraft.
Gut ist, meint die Oecotrophologin Heusch, dass die benötigten Lebensmittel auch in unserem Supermarkt erhältlich sind. Wir können die leckere Mittelmeerküche auch zuhause zubereiten. Vielleicht mit südländischer Musik, ohne Hektik und mit Spaß bei der Zubereitung. Guten Appetit!

