Seit Montag, 13. April, ist der Stadtbahnverkehr der Linie 66 zwischen Siegburg und Bonn für mehrere Wochen unterbrochen. Grund sind Bauarbeiten entlang der Strecke. Bis zum 12. Mai verkehren stattdessen Busse im sogenannten Bahnersatzverkehr. Die Sperrung ist in zwei Phasen gegliedert: Zunächst fahren Busse zwischen Siegburg Bahnhof und Bonn-Stadthaus, anschließend nur noch bis Vilich. Die Stadtbahnen pendeln jeweils auf den verbleibenden Abschnitten. Zahlreiche Fahrgäste berichten bereits am ersten Tag von erheblichen Verzögerungen und überfüllten Fahrzeugen.
Hintergrund der Maßnahme sind Arbeiten der DB InfraGO im Zuge des Ausbaus der S13 sowie Instandhaltungsmaßnahmen der Stadtwerke Bonn. Dazu zählen Gleisbauarbeiten im Bereich Vilich und Anpassungen an der Infrastruktur. Ursprünglich war zudem geplant, die Stadtbahn auf ein neues Brückenbauwerk zu verlegen. Diese Arbeiten wurden jedoch verschoben, da technische Anforderungen noch nicht abschließend geklärt sind. Die Sperrung soll genutzt werden, um mehrere Maßnahmen gebündelt umzusetzen und spätere Einschränkungen zu reduzieren.
Für viele Pendlerinnen und Pendler bedeutet die Umstellung jedoch eine deutliche Verschlechterung ihrer täglichen Wege. Besonders betroffen sind ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen, da einige Ersatzhaltestellen weiter entfernt liegen als die regulären Bahnstationen. Die Verlagerung einzelner Haltepunkte, etwa in Hangelar oder Vilich-Müldorf, verlängert die Wege zusätzlich. Gleichzeitig führt die ohnehin angespannte Verkehrslage auf der Bundesstraße 56, bedingt durch weitere Baustellen und Sperrungen im Bonner Raum, zu erheblichen Verzögerungen im Busverkehr.
Fahrgäste berichten von Fahrzeiten, die sich von wenigen Minuten auf nahezu eine Stunde verlängern. Auch die Taktung sorgt für Kritik, da mehrere Busse gleichzeitig starten, jedoch im gleichen Stau stehen. In den Stoßzeiten sind die Fahrzeuge stark ausgelastet, teilweise bereits an den ersten Haltestellen. Einige Nutzer weichen daher auf alternative Verkehrsmittel wie das Fahrrad oder das Auto aus. Besonders Berufspendler und Schülerinnen und Schüler sehen sich vor große Herausforderungen gestellt.
Die Stadtwerke Bonn empfehlen, vor Fahrtantritt aktuelle Informationen zu prüfen und mehr Zeit einzuplanen. Zusätzliches Servicepersonal soll an wichtigen Knotenpunkten unterstützen. Dennoch bleibt die Situation angespannt, insbesondere mit Blick auf bevorstehende Großveranstaltungen wie den Bonn-Marathon und „Rhein in Flammen“, die den Verkehr zusätzlich belasten könnten. (MAB)

