Gelebtes Brauchtum in Wolsdorf
Siegburg-Wolsdorf. Am Samstag, 23. Mai, heißt es in Wolsdorf wieder: "Krieje me och e Pingsei?" Der Junggesellenverein Rosenhügel lädt ab 12 Uhr zum traditionellen Pfingsteiersingen ein und bringt mit Gesang, guter Laune und gelebtem Brauchtum Stimmung in die Straßen des Ortes.
Wie seit vielen Generationen ziehen die Junggesellen von Haus zu Haus, tragen traditionelle Lieder vor und bitten die Bewohnerinnen und Bewohner um Eier für das bevorstehende Pfingstfest. Die Wolsdorferinnen und Wolsdorfer sind herzlich eingeladen, die jungen Sänger freundlich zu empfangen und einige Eier bereitzuhalten. Wer den Verein zusätzlich unterstützen möchte, kann gerne eine kleine Spende in die mitgeführte Sammeldose geben. Und bei schönem Wetter freuen sich die Junggesellen natürlich auch über eine kleine Erfrischung.
Als Dankeschön gibt es nicht nur musikalische Grüße: Wo ausreichend Platz vorhanden ist, präsentieren die Mitglieder des JGV außerdem ihr traditionelles Fahnenschwenken – ein eindrucksvolles Schauspiel, das vielerorts für Begeisterung sorgt.
Am Abend werden die gesammelten Eier dann in der Gaststätte "Warsteiner Eck" verarbeitet. Dort servieren Maikönigin Sophie Pfeifer und ihre Helferinnen frisch zubereitetes Rührei für alle Eierspender und Gäste.
Der Ursprung des Pfingsteiersingens reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals war das sogenannte Eierheischen eine weit verbreitete Tradition, bei der Naturalien gesammelt wurden, da Geld oft knapp war. Gerade zu Pfingsten galten Eier als wertvolle Gabe, weil die Vorräte des Winters nahezu aufgebraucht waren und die neue Ernte noch bevorstand.
Der JGV Rosenhügel pflegt dieses alte Brauchtum mit großer Leidenschaft und trägt dazu bei, ein Stück Wolsdorfer Heimatgeschichte lebendig zu erhalten. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Tradition mit offenen Türen und gefüllten Eierkörben zu unterstützen.

