Fehlende Teilhabe und Vereinsamung gehören zu den gesellschaftlichen Megatrends. Das hat der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein laut Superintendentin Almut van Niekerk bei seinem neuen Projekt „Miteinander verbunden – in Siegburg zuhause“ im Fokus. Unter der Federführung der Evangelischen Erwachsenenbildung An Sieg und Rhein (eeb) und zusammen mit zahlreichen Kooperationspartnern, startet ein Tandem-Besuchsdienst für allein lebende ältere Menschen, erweitert um spezielle digitale Tools für Senior*innen und ihre Angehörigen.
Entsprechend dem Kirchenkreis-Motto „kreuz und quer verbinden“ bringt das Projekt „Menschen und Ideen zusammen“, erklärte Superintendentin Almut van Niekerk zum Projektstart. Die verschiedenen Beteiligten – darunter die Stadt Siegburg sowie die Freiwilligen-Agentur und die Integrationsagentur der Diakonie An Sieg und Rhein – legen ihre Kompetenzen zusammen.
Das Projekt sorge für Teilhabe für alle Menschen, unabhängig von Konfession, Religion etc., und helfe, „die Menschen in unserer Gesellschaft zusammenhalten“, so die Superintendentin. Es dient konkret Menschen, die ihr Leben immer allein gemeistert haben – und das auch weiterhin tun wollen und werden. Es bringt Alleinlebende und Ehrenamtliche zusammen – beim Tandem-Besuchsdienst persönlich-präsent.
Siegburgs Bürgermeister Stefan Rosemann dankte, „dass sich die Beteiligten auf den Weg gemacht haben“. Weil uns Einsamkeit im Alter immer häufiger begegne, „müssen wir eine Antwort darauf geben“. Ohne Ehrenamt würde der Sozialstaat bzw. eine Stadt nicht funktionieren. Bei der Vorstellung des Projekts versprach der Bürgermeister: Schon allein der zweite Teil des Slogans „in Siegburg zuhause“ verpflichte die Stadt, zuzuarbeiten und zu unterstützen.
Der Tandem-Besuchsdienst wird mit Ehrenamtlichen aufgebaut, berichtete Projektleiterin Sophie Schmitz von der eeb. „Ehrenamt tut gut: denjenigen, die sich engagieren, und den Menschen, die dadurch zur Teilhabe ermutigt werden.“ Zur Unterstützung werden den Ehrenamtlichen regelmäßige Austauschrunden angeboten. Außerdem können sie sich in Schulungen selbst mit Sprachassistenten, Gesundheits- und Notfall-Apps oder dem Einsatz von Videoanrufen vertraut machen – Wissen, das sie wiederum an die Zielgruppe weitergeben können.
Den Bedarf im Alltag machte Mia Trapp deutlich, eine ehemalige Lehrerin und Lerntherapeutin. Ein Beispiel der 88-Jährigen: Der „Notfallknopf“ ihres Mannes habe „immer irgendwo gelegen, aber nicht da, wo er gebraucht wird“. Sie selbst trägt heute eine Smartwatch, sicherheitshalber mit Sturzerkennung. Vom Handy schickt sie jeden Morgen das Daumen-hoch-Emoji an ihre Söhne – auch ein kleiner Baustein dabei, weiterhin souverän zuhause zu leben.
Projekt startet im September
Der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein beschreitet innovative Wege, um älteren Menschen Teilhabe zu ermöglichen und um Einsamkeit vorzubeugen. Das Projekt, das im September in Siegburg beginnt, zeichnet sich durch einen Tandem-Besuchsdienst aus. Außerdem ist die Nutzung von digitalen Tools Teil des Projektes. „Miteinander verbunden – in Siegburg zuhause“ lautet der Projekttitel. Angesiedelt ist das Projekt in der Evangelischen Erwachsenenbildung An Sieg und Rhein (eeb).
Das Projekt setzt primär auf persönliche Begegnungen – zum Wohle und zur verbesserten Lebensqualität von älteren Menschen, pflegebedürftigen Personen sowie ihren Angehörigen. Selbstständig daheim wohnen, dabei aber den Alltag meistern und sozial aufgehoben leben – darum geht es. Das Tandem-Besuchsangebot wird so aufgesetzt, dass Ehrenamtliche und alleinlebende Ältere persönlich miteinander verbunden werden. Digitale Möglichkeiten wie Videoanruf, Gesundheits- oder Notfall-Apps, Sprachassistenten und Erinnerungsfunktionen können miteinander in Angeboten in der Stadt und zuhause erprobt und dann genutzt werden.
Für das Projekt greift die eeb auf ihre Erfahrungen und Erfolge mit dem Digital-Café zurück, einem Erfahrungsort der bundesweiten Initiative DigitalPakt Alter. Wie auch das Digital-Café setzt das Projekt maßgeblich auf Ehrenamt. Mit im Boot hat die eeb die Stadt Siegburg und die Diakonie An Sieg und Rhein, insbesondere die Freiwilligen-Agentur und die Integrationsagentur. Gesucht werden noch ehrenamtlich engagierte Menschen in Siegburg. Sie erhalten umfangreiche Schulungsangebote.
Ermöglicht wird das Projekt „Miteinander verbunden – in Siegburg zuhause“ durch eine großzügige Spende des Evangelischen Vereins für Altenhilfe, der inzwischen aufgelöst ist und mit der Starthilfe für das Projekt noch einmal ältere Menschen in Siegburg unterstützt.
Kontakt
Kontakt für interessierte ältere Menschen, die das Angebot nutzen möchten, und für freiwillig Engagierte, die im Projekt ehrenamtlich mitarbeiten wollen:
Sophie Schmitz, Projektleitung
Evangelische Erwachsenenbildung An Sieg und Rhein
Ringstraße 2, 53721 Siegburg
0151 21790035 \ neeb.ansiegundrhein@ekir.de

